Rebellion

Geschmückt bist du mit einer beachtlichen Halskette, deren tropfenförmigen Elemente dir  fächerartig zwischen deine beiden kleinrund geformten und unebenmäßig angeordneten Brüste fallen. Deine natürliche Anmut ist so fesselnd und lieblich, dass ich dem schmalen, mageren zu deiner linken Körperseite hin verbogenen Torso und dem dünn- schlaffen, an deiner rechten Seite herabhängendem Arm, mit den zierlichen Fingern, nur wenig Beachtung schenke. Vielmehr ist es dein außergewöhnlich direkter Blick. Stolz und kühn. So wahrhaftig bewusst und zielstrebend. Ich erkenne in ihm die Forderung sich aufs Leben einzulassen, Mut zu haben. Zu sein, wie man ist.

Und so betrachte ich dich weiter. Zwischen deinen runden Augen, fließt eine ausgeprägte Nase hinab, darunter verbergen sich volle Lippen, leicht gespitzt. Hohe Wangenknochen, die mich faszinieren, verleihen deiner afrikanischen Schönheit einen unglaublichen Ausdruck an Kraft. Um deinen Kopf, mit dem millimeterkurzen Haar, kleidet sich ein glanzvoller Stirnschmuck, nahezu festlich. Aus mehreren kleinen Schmuckperlen bestehend, verziert er deine Stirn. Du bist schön. Auch deine hageren Beine bleiben, hast du doch das eine über das andere geschlagen, nicht ungesehen. Und ich entdecke noch das Perlenkettchen, welches einen deiner Füße umspielt. Du trägst weiter nichts, außer Schmuck und Eleganz.

Auch der Joystick, zur Betätigung des elektrischen Rollstuhls, in dem du dich so überlegen drapierst, ist nicht mehr als ein kleines Accessoire.

von Franziska Rückert

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